Die Wunde(r) der Liebe
Was bedeutet das Wort ‚Liebe‘? Der Duden sagt Folgendes: „(1) starkes Gefühl des Hingezogenseins; starke, im Gefühl begründete Zuneigung zu einem [nahestehenden] Menschen; (2) auf starker körperlicher, geistiger, seelischer Anziehung beruhende Bindung an einen bestimmten Menschen, verbunden mit dem Wunsch nach Zusammensein, Hingabe o. Ä.; (3) sexueller Kontakt, Verkehr; (4) gefühlsbetonte Beziehung zu einer Sache, Idee o. Ä.; (5) Gefälligkeit; freundschaftlicher Dienst; (6) geliebter Mensch.“
Interessante Erklärung, die auf unser Menschsein zugeschnitten ist. Fällt dir etwas auf? Jede Erklärung bezieht sich auf einen anderen Menschen.
Ein Gebot im Christentum lautet: „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst.“ In der Religionslehre liegt der Fokus, meist immer auf dem ersten Teil des Satzes: „Liebe deinen Nächsten“. Dabei wird der zweite und wichtigste Teil des Gebots völlig vergessen. „WIE DICH SELBST“ – Das bedeutet im Umkehrschluss, so wie du die Wahrheit über dich akzeptierst oder auch nicht, so gehst du ganz automatisch auch mit deiner Außenwelt um. Denkst du über dich, dass du schuldig, böse, komisch oder nicht genug bist, wirst du genau das auch im anderen sehen. Akzeptierst du, dass die Liebe dich erschaffen hat und du daher nur Liebe sein kannst, wirst du so auch dein Gegenüber wahrnehmen. Liebe kann nur Liebe sehen. Es ist gar nicht anders möglich.
Liebe heilt alle Wunden. Liebe ist die Antwort auf alles. Liebe ist immer da, immer präsent. Im Kern sind wir reine Liebe.
Aber was genau bedeutet das?
Das Wort ‚Liebe‘ beschreibt ein Gefühl. Aber wie fühlt sich dieses Gefühl an? Worte könnten es nie vollkommen beschreiben. Warm, wohlig, freudig, friedvoll, kraftvoll und leicht erzeugen ein Bild, dass wir uns gut vorstellen können. Ich stelle die Frage ‚Was bedeutet Liebe?‘ und bekomme folgende Antwort:
Liebe ist Verbundenheit, Reinheit, Sein und Natürlichkeit. Es ist das Gefühl, das dich wachsen lässt, dich nach vorne bringt und dich an deine wahren Wurzeln erinnert. Liebe ist Wahrheit und Fülle.
Liebe ist der Glaube daran, dass es etwas gibt, dass mächtiger ist, als wir mit unserem Verstand je greifen könnten.
Welche Worte verwendest du, um jemandem zu erklären, was ‚Liebe‘ ist?
Ich fühle, das die reine Liebe überall präsent ist und für alle dasselbe ist. Oft verbinden wir Liebe schnell damit, eine spezielle Person zu lieben, aber das ist nicht die Liebe, von der hier gesprochen wird. Wir sprechen hier von der allumfassenden Liebe, die keine Grenzen kennt, die nicht zurückhält und über den Tod hinausgeht.
Wie verhältst du dich, wenn du liebst?
Ich spüre Mitgefühl, empfinde tiefe Dankbarkeit und Freude und es breitet sich ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit aus. Zuhause.
Liebe ist.
Liebe bleibt.
Liebe verändert.
Entstehung der scheinbaren Wunde
Die Wunde der Liebe liegt in dem Gedanken, dass alles getrennt ist. Wir wachsen auf und uns wird im Kindesalter beigebracht: ‚Das bist du und das bin ich.‘ Wir bekommen nur selten erklärt, dass es zwischen uns eine für das Auge unsichtbare Verbindung gibt, die wir nur mit dem Herzen erfühlen können. Eine Energie, die uns alle miteinander und mit Gott verbindet.
Der Gedanke des Getrennt- statt des Einsseins beginnt zu wachsen. In der Schule kämpft jeder Schüler für sich. Es gilt mit guten Noten zu glänzen, um in der Gesellschaft geschätzt zu werden und später einen guten Job zu finden. Wir leben in einer Trennungs- statt Verbindungsgesellschaft. Die Schuld wird im Gegenüber gesucht, statt sich die Frage zu stellen: ‚Was hat das mit mir zu tun?‘
Im Job wird der Lehrer durch den Chef ersetzt. Es gilt jetzt den Vorgesetzten von guten Leistungen zu überzeugen. Damit leben wir stets ein Leben, welches durch das Außen bestimmt wird. Zuerst unsere Eltern, dann der Lehrer und der Chef. Wie sie über uns urteilen, entscheidet über unseren Gefühlszustand. Auch beste Freunde, der Partner und das Dorf werden von unserem Unterbewusstsein zu Richtern benannt. Das Gefühl der Trennung ist dabei stets präsent.
Wie schaut ein Leben in Verbundenheit aus?
Wir wissen, dass wir gleichwertige Wesen sind. Wir sind hier auf dieser Erde, um uns gegenseitig bei der Heilung zu unterstützen. Wahre Liebe bedeutet Akzeptanz und ein Sehen auf Herzebene, ohne Bewertung und ohne Verurteilung (auch nicht uns selbst gegenüber). Im Film Avatar sagen die Naturvölker zueinander: „Ich sehe dich“. Was soviel bedeutet wie: ‚Mein Herz sieht dein Herz. Meine Vollkommenheit sieht deine Vollkommenheit. Mein Licht sieht dein Licht.‘ Es ist die Sprache der Seele.
Die Worte ‚Ich liebe dich‘ öffnen unsere Herzen und die Energie kann frei fließen. Beim bewussten Geben oder Empfangen dieser drei einfachen Worte wechseln wir natürlicherweise in eine Kommunikation auf Seelenebene. Wir sagen unserem Gegenüber: ‚Mein Herz sieht dein Herz‘.
Doch, warum fällt es uns manchmal so schwer diese drei Worte auszusprechen oder wirklich bewusst zu empfangen?
Verdeckter Kern allen Übels
Wir haben Angst, uns dieser heilsamen Kraft schutzlos hinzugeben. Kurios, da dieses Gefühl eigentlich das ist, wonach sich unser tiefster innerer Kern immer sehnt. Das Schutzselbst (Ego) funkt mit seinen dicken Mauern dazwischen und lässt alles abschmettern, was uns tief berühren könnte. Es ist die Angst vor Bewertung und Angriff, die diese Schutzmauern um unser Herz am Leben hält. Als Baby haben wir uns authentisch und natürlich gezeigt, alles war erlaubt. Bis wir älter wurden und genau bemerkten, wie in der physischen Welt der Trennung, dieses oder jenes Verhalten nicht (mehr) angebracht war. Abwendung und Bestrafung für ‚falsches‘ Verhalten war oft das Ergebnis. Und so lernten wir schnell, wie die Welt zu funktionieren schien und wie wir die Anteile, die in der Außenwelt abgelehnt wurden, besser in unserem inneren Keller versteckten. Der Grund: Wir wollen dazu gehören und suchen Bestätigung und Liebe im Außen.
Und genau hier liegt der Kern des Konflikts:
Unser Seelenselbst möchte Verbindungen schaffen, aber das Schutzselbst möchte lieber weiter Schattenspiele spielen und Trennung aufrecht erhalten. Ein Konflikt in sich. Früher oder später, müssen wir uns daher entscheiden. Denn beides lässt sich nicht vereinen.
Eine Begegnung auf Seelenebene bedeutet das Licht und die Vollkommenheit im anderen (und damit in uns selbst) anzuerkennen – ‚Meine Heiligkeit grüßt deine Heiligkeit.‘
Schlüssel zur Heilung
Irgendwann kommt jeder (zu seinem gewählten Zeitpunkt) am Ende seiner Unterdrückungsstrategien an. Ehrlichkeit und ein klarer Wille sind die Schlüssel, für den Weg der Erkenntnis. Statt einer Wunde aus Schuld und Trennung, sind wir nun bereit das Wunder der Liebe zu sehen und zu erfahren, was das genau bedeutet.
Wir dürfen uns für die Vollkommenheit unseres Seins öffnen. Es gilt die Anteile, die wir vielleicht schon vor Jahren weggesperrt haben, anzuschauen. Das Leben bietet uns die Chance zu heilen, mit allem, was sich darin zeigt – Wir sind gefragt, anzunehmen, statt im Widerstand zu sein. Anzuschauen, statt zu unterdrücken. Abzugeben, statt es mit unserem ICH-Selbst irgendwie selbst zu reparieren. Triggerpunkte in der Außenwelt erinnern uns an all das, was wir weggesperrt haben und nun nicht sehen wollen. Es ist wie Schattenboxen, nur dass wir hierbei gerne dem Gegenüber oder dem Leben an sich die Schuld geben.
Aus tiefstem Herzen zu lieben bedeutet, das Herz für die Erfahrung deines wahren Seins zu öffnen. Schau dir alles an, was sich zeigt. Annehmen und in die Stille gehen, anstatt in der Welt nach Antworten zu suchen oder mit Verteidigung oder Gegenangriff zu reagieren. Durch das Gefühl der Stille, bekommen wir einen Zugang zu unserem Herzen und die Mauern des Schutzselbstes werden immer poröser. Gib alles was sich zeigt an den geheilten Geist, die Quelle, die Liebe ab. Öffnen wir uns für die Führung der Liebe. Die wahre Liebe muss nichts tun, sie ist und sie strahlt alle selbst-gemachten Schattenbilder hinweg.
Erst wenn wir diesen Zugang gefunden haben, sind wir auch bereit unseren Nächsten wahrhaft als das zu sehen, was er ist: Ein schuldloses Christus- und Buddha-Selbst – genau, wie du und ich.
Wir sind alle miteinander verbunden. Und es ist diese Verbindung, die wir in Wahrheit so sehr ersehnen. Du weißt ganz genau, wovon ich spreche.
Eins-SEIN
Auch die scheinbare Trennung, die durch den Glauben (egal ob spirituell oder religiös) erschaffen wurde, ist eine Illusion. Die Wurzel eines jeden Glaubens ist in der gleichen Quelle verankert. Es ist die Quelle der Liebe, der Verbundenheit und des ewigen Friedens. Hiernach sehnen wir uns zutiefst, um endlich wieder nach Hause zukommen. Es lässt sich beobachten, dass unzählige Konzepte und Theorien entwickelt wurden, dabei aber der eigentlich Kern scheinbar verloren gegangen ist. Ein Menschen-gemachtes Gefängnis, wo strenge Regeln und Vorgaben als Gitterstäbe dienen und dass die eigentliche (ganz simple) Lehre der Liebe aussperrt. Daher sucht das strahlende Christus-Selbst –das wir übrigens alle gemeinsam vereint mit Jesus sind– auf vielerlei Art und Weise den Kontakt zu uns, um uns an die wahre Lehre der Liebe zu erinnern, die wir vor lauter Konzepten, fast vergessen hätten.
Was war eigentlich, bevor wir begannen mit unserem Menschenverstand Dinge zu interpretierten, be- und verurteilten und unseren Fokus auf die Unterschiede, statt die gemeinsame Quelle, zu legen?
Egal wie viele Namen wir den Dingen geben und welche Grenzen uns unser Verstand setzen möchte: Es war, ist und wird immer alles miteinander verbunden sein. Jede Pflanze, jedes Tier, jeder Stern. Hierin liegt unsere ewige Sicherheit. Der Sonnenstrahl ist Teil der Sonne und die Welle ist Teil des Ozeans.
Ich lade dich ein, deine eigene (für wahr angenommene) Wunde der Liebe in deinem Geist heilen zu lassen, sodass du als Lichtfunke ganz automatisch viele weitere Lichter entzünden wirst. Innenschau und die Bewusstwerdung darüber, wer du bist, sind der Schlüssel, um die Tür zur Verbundenheit wieder zu öffnen. Die Erinnerung an dieses Zuhause liegt tief in dir. Wecke sie auf und erblühe darin, du ewig strahlendes Sein.
Seien wir bereit, uns jeden Tag aufs Neue, für die Erfahrung von Wundern zu öffnen. Gehen wir diesen Weg gemeinsam und beginnen wir ihn heute. Genau jetzt, wenn du magst.
Von Herzen,
Katharina





Hinterlasse einen Kommentar